Wir päppeln Sie gemeinsam auf!

Mein zweiter Tag im Klinikum Main-Spessart beginnt um 4:45 Uhr. Während die Sonne noch nicht mal aufgegangen ist, mache ich mich fertig für den Tag und stehe dann pünktlich um 6:03 Uhr im Fahrstuhl zu meiner Station, der "Chest-Pain-Unit". 

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Dort erwartet mich bereits unser Team, zwei Kolleginnen aus der Nachtschicht und der Rest der Kolleg:innen. Bei der Übergabe sprechen wir alle Patienten durch, erfahren was für heute geplant ist und wie die Nacht verlief. Nachdem unsere Kaffeetassen geleert sind und der Tagesablauf besprochen, geht es los auf den morgendlichen Rundgang. Die Patienten werden geweckt, Blutdruck und Sauerstoffsättigung gemessen und kurze Gespräche zum Wohlbefinden geführt. Da es bei einem Patienten nicht möglich ist, den Blutdruck mit dem dafür vorgesehenen Messgerät herauszufinden, wird das kurzerhand manuell gemacht. Als ich mir später zeigen lasse, an welcher Stelle genau man dafür die Finger ansetzen muss, merke ich schnell, dass die Genauigkeit des manuellen Messens genau so gut ist wie mit Gerät. 





 

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Nach dem routinemäßigen Messen und Dokumentieren der Vitalwerte wird jetzt spezieller auf die Patienten eingegangen. So wird zum Beispiel bei Patient A ein EKG gemacht, im Zimmer nebenan der Patientin erklärt, dass sie wegen ihres schwachen Herzens nicht so viel trinken dürfe und stattdessen etwas mehr essen müsse, und in der 207 von einer Krankenpflegerin in Erfahrung gebracht, ob die Patientin eine Person für "Not am Mann" hat, die angerufen werden könne. Auch das Frühstück wird ausgeteilt. 

Später kommen die Physiotherapeutin und der Oberarzt zur Visite auf der Station vorbei. Wie eng die Zusammenarbeit zwischen diesen und den Krankenpfleger:innen ist, fällt mir spätestens jetzt auf. 

Zum Beispiel als Krankenpfleger und Physiotherapeutin mit Patienten B, ausgestattet mit einer Sauerstoffflasche und Rollator, den Gang entlang laufen. Während dessen erklärt die Krankenpflegerin, dass "wir es doch schaffen wollen, dass Sie auch alleine aufs Klo gehen können", und die Physiotherapeutin spricht vom gemeinsamen Ziel, die Patientin ruhigen Gewissens wieder nach Hause schicken zu können, aber dafür müssten wir sie erst einmal gemeinsam wieder aufpäppeln. 
 

Währenddessen geht die Karawane aus Oberarzt, Krankenpflegern und Stationsärzten von Zimmer zu Zimmer, um mit jedem Patienten Gesundheitszustand und weiteren Therapieverlauf zu klären. Die einen sprechen mit dem Patienten, die anderen schreiben mit und hören zu, und vor der Tür wird alles in die Patientenkurve eingetragen und noch einmal nachbesprochen. Stichwort Teamarbeit.  

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Im weiteren Verlauf des Tages werden Patienten zu Untersuchungen gefahren, Medikamente gegeben und Gesundheitsakten geschrieben.

Die Frühschicht geht bis 14:00 Uhr, so dass ein ganzer Nachmittag für Freizeitbeschäftigung und anderes zur Verfügung steht. Auch wenn mich heute morgen die frühe Uhrzeit gestört hatte - jetzt, wo ich bei bestem Sommerwetter raus komme und weiß, dass der Tag noch vor mir liegt, finde ich die Frühschicht gar nicht mal so schlecht. 
 

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